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Kochkreis Spezial: Olivenöl
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Die Ernte, die Herstellung und Verwertung
von Olivenöl in Griechenland
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Die Ernte
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Im
November und Dezember eines jeden Jahres ist die Zeit der Olivenernte.
Die Bauern und Tagelöhner treffen sich morgens auf den Feldern.
Nach einem kargen Frühstück und Plausch werden die Oliven
mit langen Holzstangen von den Bäumen abgeschlagen, und landen
auf den Planen und Netzen, die zuvor unter den Bäumen ausgelegt
worden sind. Große Äste voller Oliven werden abgesägt
und dann am Boden mit kürzeren Stöcken abgeerntet. Was
nach einem wilden Einschlagen auf den Baum aussieht ist gekonnt,
und die Schläge sind gezielt. So gelingt es die Oliven abzuschlagen,
ohne das junge Triebe an den Bäumen zerstört werden. Wilde
Triebe, die dem Baum nur Kraft nehmen werden mit abgesägt.
Die Arbeit der Erntearbeiter ist beschwerlich, und gerade bei Bäumen
die am Hang liegen ist es aufwendig und schwer die Planen vernünftig
auszulegen, so dass beim Abschlagen keine Oliven neben die Planen
fallen und verloren gehen. Sind die Früchte von einem Baum
abgeerntet, so werden die Planen gleichzeitig von den Seiten zur
Mitte hin zusammengenommen. Die Oliven häufen sich zu einem
Berg auf. Beachtliche 50-70 kg an Oliven kommen pro Baum zusammen,
und werden in Säcke gefüllt. Von den Säcken voller
Oliven geht ein bitterer aber frischer Geruch aus, und immer wieder
ist es imposant das Bild
der störrischen alten Bäume, die der Sonne und Trockenheit
des Sommers, sowie Wind, Regen und sogar Schnee und Minustemperaturen
trotzen vor Augen zu haben. Bei Interesse eröffnen wir Ihnen
gerne die Möglichkeit bei einer Ernte teilzuhaben. Ein unvergessliches
Erlebnis.
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Die Pressung
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Um
ein gutes und hochwertiges Olivenöl zu pressen ist Eile geboten.
Die Oliven in den Säcken beginnen bereits nach kurzer Zeit
zu gären. "Sie brennen", wie die Griechen sagen.
Die alten mechanischen Mühlsteine sind nur noch selten zu finden.
Mittlerweile findet die Pressung in hochmodernen und effektiv arbeitenden
Pressen statt. Den Oliven sollte bei der Pressung keine Hitze zugefügt
werden. Viele Olivenpressen arbeiten mit hohen Temperaturen, die
dem Öl nicht unbedingt zu Gute kommen. Die Säcke voller
Oliven werden in einen Trichter geleert und durchlaufen über
ein Transportband eine Art Windkanal, wo restliche Blätter
und kleine Zweige weggeblasen werden. Dann werden die Oliven gewaschen.
In mehreren Trommeln werden sie nun samt Kernen zu einem gelblich
grünen Brei zermahlen. Aus dem Brei heraus wird das Öl
in verschiedenen Arbeitsgängen zentrifugiert und gefiltert.
Am Ende ergießt sich das leicht trübe grünliche
Öl in einen großen Metallbehälter. Olivenöl
ist sozusagen das Öl aus dem Fruchtfleisch der Olive und dem
Kern. Aus 50 kg Oliven werden etwa 8 Liter Öl gewonnen. Der
Geschmack des frischen Öls ist würzig und es hat einen
leicht scharfen Nachgeschmack, der sich nach einigen Tagen legt.
Einen rund 10%tigen Anteil des Öls behält der Besitzer
der Presse als Bezahlung für seine Arbeit, um diesen später
an einen Großhändler weiterzuverkaufen. Den größten
Teil des Öles jedoch behalten die Bauern zum Eigenverzehr.
Griechenland liegt im Europavergleich an der Spitze des pro Kopf
Olivenöl Verbrauchs.
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Olivenöl und seine Verwertung
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Das Olivenöl sollte durch eine
"sanfte Pressung" gewonnen werden. Um ein Olivenöl
der 1. Güteklasse zu erhalten, ein olio extra vergine wie die
Italiener es nennen, darf der Anteil der freigewordenen Fettsäuren
höchstens 1 Gramm auf 100 Gramm Öl betragen. Freie Fettsäuren
sind keineswegs schädlich, jedoch verleihen sie dem Öl
einen kratzigen Geschmack. Deshalb dient ihre Konzentration auch
als Qualitätskriterium. Die Verwendung von Olivenöl ist
vielseitig. In asiatischen Ländern wird es überwiegend
zur Körperpflege benutzt. Haut und Haare werden so geschmeidig
gehalten. In der Antike diente das Öl, ebenso wie Salz als
Konservierungsmittel. In Öl eingelegte Früchte und Fleisch
sind problemlos über einen längeren Zeitraum zu lagern.
Heutzutage hat der Kühlschrank diese Aufgaben übernommen,
und das Öl dient meist zur Verfeinerung von Speisen. Es passt
zu Salaten, geröstetem Brot sowie Fisch und Fleisch. Eingelegte
Tomaten, Peperoni und Oliven sind mittlerweile auch in Deutschland
eine beliebte Delikatesse. Lars
Behrendt (ellia)
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